Eine kleine Geschichte zu Li.LAC

Der Wunsch, Veranstaltungen trotz widriger Umstände möglichst sicher gestalten zu können, treibt seit Beginn der Corona-Krise zahlreiche kreative Köpfe um, darunter auch Tobi Hoff, der u. a. als FOH-Tonmann von Deep Purple, Monitormischer von Rea Garvey oder auch als Consultant für L-Acoustics bekannt ist.
Der studierte Elektrotechnik-Ingenieur und seine Firma LAC Labs haben bereits in der Vergangenheit innovative Helferlein für die Audiobranche entwickelt, so z.B. das Teqsas LAP-TEQ Neigungsmesssytem für Line-Arrays. Seit Frühjahr 2021 liefert LAC Labs ein 19“-Gerät (3 HE) aus, das bei Events aller Art eine willkommene Hygiene-Hilfe sein kann: Beim Li.LAC handelt es sich um eine Rack-Schublade, in der sich Mikrofone, Headsets und andere Kleinteile unter Verwendung von ultraviolettem Licht desinfizieren lassen. Die Wirksamkeit von Methode und Produkt wurde durch unabhängige Institute wie das Universitätsklinikum Groningen (UMCG) bestätigt.

Sicher. Einfach. Schnell.

Tobi Hoff ist ein Mann aus der Praxis, der weiß, welchen Belastungen Equipment im Rahmen einer Tournee ausgesetzt wird. Entsprechend robust ist Li.LAC konstruiert: „Sicher. Einfach. Schnell.“ lautet der Claim, den LAC Labs der Desinfektionsschublade zuweist.
Die Bedienung von Li.LAC ist selbsterklärend: Die Desinfektion wird per Druck auf das Encoder-Drehrad für eine Dauer von fünf oder zehn Minuten aktiviert. Am Ende des Vorgangs leuchtet das gut ablesbare Countdown-Display in grüner Farbe und informiert über eine erfolgreiche Desinfektion.

Bestrahlung ohne Bräunungsstreifen …

Innerhalb der Bestrahlungskammer ist die Intensität des UV-C-Lichts bewusst heterogen verteilt: Der Kopf von Handmikrofonen und Handsendern wird mit deutlich mehr Energie (800 bis 4.000 µW/cm²) bestrahlt als der Schaft (350 bis 600 µW/cm²).
Bis zu drei Mikrofone werden in der Li.LAC-Schublade auf einem Metallrost gelagert. Sinn der, an ein Weinregal erinnernden, Gitter-Konstruktion ist eine möglichst geringe Schattenbildung. Letztere könnte die Wirkung der Desinfektion beeinträchtigen. Headsets, Ansteckmikros und andere Kleinteile werden mit einer Spiralfeder und einem „Cable Tray“ befestigt.

Safety first!

Der Betriebssicherheit von Li.LAC wurde besondere Beachtung geschenkt: So wird die für Menschen schädliche UV-C-Strahlung automatisch abgeschaltet, sobald die Schublade geöffnet wird. Die voll verspiegelte Kammer ist lichtdicht ausgeführt, so dass Strahlung nicht nach außen emittiert werden kann. Ein Drehriegel wirkt gegen versehentliches Öffnen und zusätzlich als Transportsicherung.
Die beiden integrierten UV-C-Röhren stecken (λ=254nm) fest in ihren Fassungen und werden ergänzend mit zwei Metallklammern gesichert. LAC Labs empfiehlt den Lampenaustausch nach 4000 Desinfektionszyklen.

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

„Wo viel Licht ist, entsteht stets auch Schatten“, lautet eine Redewendung, die im Zusammenhang mit Li.LAC passend erscheint. Die bemerkenswerte Desinfektionswirkung ist ohne eine gewisse Beeinträchtigung des Materials nicht erreichbar, und es ist bekannt, dass eine hohe UV-C-Lichtintensität beispielsweise Kunst- und Schaumstoffe schneller altern lässt, als es bei normalem Bühnenlicht der Fall wäre. LAC Labs hat im vergangenen Jahr umfangreiche UV-C-Langzeittests durchgeführt und die Auswirkungen tausender Desinfektionszyklen auf diverse Mikrofone namhafter Hersteller ausführlich hier dokumentiert. Zu beanstanden sind derartige „Nebenwirkungen“ nicht, da Desinfektionssprays oder Alkoholtücher ebenfalls das Material angreifen.

Li.LAC statt Rock am Ring

Li.LAC wird vollständig in Deutschland hergestellt. Endmontage und Funktionskontrolle wurden bei den ersten 200 Einheiten von Menschen übernommen, die in pandemiefreien Zeiten als VeranstaltungstechnikerInnen tätig sind: „Statt Rock am Ring haben wir Li.LACs gebaut“ erinnert sich Tobi Hoff an die Anfänge der Serienfertigung.

Konkurrenzloses Profi-Produkt

Die Desinfektionsschubladen können über ausgesuchte Reseller geordert werden. Zu den begeisterten Nutzern zählen branchenbekannte Audioprofis wie Tim Ehrenfried (aktuell mit Li.LAC als Monitormischer von Jan Delay unterwegs), der dem innovativen Produkt eine uneingeschränkte Road-Tauglichkeit bescheinigt. Die LAC Labs GmbH gewährt eine 24-monatige Garantie auf die Geräte.
Tobi Hoff schaut in Bezug auf Li.LAC optimistisch in die Zukunft: „Es gibt derzeit kein Konkurrenzprodukt!“, konstatiert der Diplom-Ingenieur und berichtet über durchweg positive Rückmeldungen zufriedener AnwenderInnen. „Es ist toll, dass Li.LAC so gut ankommt – aber ich freue mich auch auf die Zeit, in der ich wieder in vollen Hallen bei Live-Konzerten am Mischpult stehen kann.“

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